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Welche Bundesländer nehmen im nächsten Schuljahr am EU-Schulobstprogramm teil? Wer sind die Ansprechpartner für die Umsetzung in den einzelnen Ländern? Und was ist in Sachen Hygiene zu beachten? aid macht Schule gibt Antworten - und Tipps für die begleitende Ernährungsbildung.
In Deutschland nehmen aktuell sechs Bundesländer am Schulobst-Programm der Europäischen Union teil: Baden-Württemberg, Bayern, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland und Thüringen. Sachsen-Anhalt wird nach den Sommerferien einsteigen. In den teilnehmenden Lerneinrichtungen erhalten die Kinder ein- oder mehrmals wöchentlich eine Extra-Portion frisches Obst oder Gemüse. Dafür gibt es Fördermittel von der EU. Diese müssen in etwa gleicher Höhe von den Bundesländern oder Dritten kofinanziert werden. Das Ziel ist, unterstützt von pädagogischen Begleitmaßnahmen, das Ernährungsverhalten von Kindern nachhaltig positiv zu prägen.
Beim Schulobstprogramm geht es, anders als der Begriff vermuten lässt, explizit um Obst und Gemüse. Außerdem ermöglichen die europäischen Vorgaben im Prinzip auch die Einbeziehung von Tageseinrichungen für Kinder. Die konkrete Ausgestaltung liegt bei den Bundesländern und unterscheidet sich von Land zu Land. Im Moment beziehen die Länder überwiegend Grundschulen in das Programm mit ein und zum Teil auch Förderschulen, weitere Schulen (z. B. mit besonderem sozialen Bedarf) und vorschulische Einrichtungen.
Baden-Württemberg
Seit Februar 2010 können Schulen und Kitas in Baden-Württemberg am Schulobst-Programm teilnehmen. Neben Grundschulen und vorschulischen Einrichtungen für Kinder zählen Schulen mit besonderer pädagogischer und sozialer Aufgabenstellung zur engeren Zielgruppe. Etwa 290 Einrichtungen sind bislang eingestiegen. Das heißt für die Kinder: Sie bekommen mindestens einmal pro Woche eine Extraportion Obst oder Gemüse. Die Häufigkeit legt die Schule oder Kita fest. Die Hälfte der Kosten wird durch die EU-Fördermittel gedeckt. Der Rest ist über die teilnehmenden Einrichtungen oder zum Beispiel über den Träger, Eltern, Fördervereine oder Sponsoren aufzubringen.
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Bayern
Seit Anfang Mai 2010 erhalten die ersten Schulen in Bayern Obst und Gemüse. Im Internet ist eine Liste mit zugelassenen Lieferanten veröffentlicht. Wer für das Schuljahr 2010/2011 Interesse an einer Teilnahme am Programm hat, kann sich direkt an einen dort gelisteten Lieferanten wenden. In Bayern richtet sich das Schulobstprogramm an Schülerinnen und Schüler der Klassen 1 bis 4. Das Land übernimmt die notwendige Kofinanzierung zu den europäischen Fördermitteln. Für die Schulen entstehen für die Lieferungen keine Kosten.
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Nordrhein-Westfalen
Ende Februar 2010 wurden 355 Grund- und Förderschulen (Primarstufe) bekannt gegeben, die nun täglich in den Genuss einer kostenlosen Portion Obst oder Gemüse kommen. Die Schulen wurden aus 760 Bewerbern ausgewählt und nehmen damit am ersten Durchgang des Programms bis Ende des Schuljahres 2010/2011 teil. Auswahlkritierien waren das Engagement der Schulen für eine gesunde Ernährung und Gesundheitsförderung, die geplante pädagogische Begleitung des Programms sowie die soziale Bedarfslage der Einrichtung. Zudem wurde eine landesweite Verteilung berücksichtigt. Im Mai und Juni konnten weitere 100 Schulen in das Programm einsteigen, vorerst bis zum Ende des Jahres 2010.
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Rheinland-Pfalz
Von März bis Juli 2010 erhalten zunächst 35.000 Schülerinnen und Schüler an 250 Schulen einmal wöchentlich frisches Obst oder Gemüse. Für das Schuljahr 2010/2011 ist geplant, das Schulfruchtprogramm in mehreren Schritten auf alle rheinland-pfälzischen Grund- und Förderschulen auszudehnen. Eine Umfrage des Bildungsministeriums ergab bei den Schulen im Land ein sehr großes Interesse an einer Teilnahme. Das Programm wird in Rheinland-Pfalz je zur Hälfte mit Mitteln des Landes und der EU finanziert.
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Saarland
Im März 2010 ist das Saarland bereits in die zweite Runde seines Schulobst-Programms gestartet. Mit Kofinanzierung durch das Land erhielten im Sommerhalbjahr 2010 rund 10.200 Kinder der 1. bis 4. Klasse an 83 Grund-, Förder- und Waldorfschulen dreimal pro Woche frisches Obst und Gemüse. Im Schuljahr 2010/2011 wird das Schulobstprogramm fortgeführt. Die Anmeldefrist läuft bis zum 2. Juli. Neu: Förderschulen können nun mit allen Klassenstufen teilnehmen.
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Sachsen-Anhalt
Ab August 2010 sollen in Sachsen-Anhalt etwa 10 000 Kinder kostenlose Extraportionen Obst und Gemüse bekommen. Bis zu fünf Portionen pro Woche sollen im Rahmen des EU-Schulobstprogramms an Kinder verteilt werden. Beteiligen können sich Kindertagesstätten für Kinder im Alter ab vier Jahren und Schulen für Schüler/-innen der 1. bis 4. Klasse. Das Land Sachsen-Anhalt stellt die nötige Kofinanzierung zu den EU-Fördermitteln.
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Thüringen
In Schuljahr 2009/2010 führte Thüringen ein Pilotprojekt durch: In sechs Grundschulhorten bekamen die Kinder dreimal in der Woche frisches Obst oder Gemüse. Das Konzept für das Schuljahr 2010/2011 wird aktuell noch diskutiert.
Schulobst-Programme sollen Kindern Appetit auf mehr Obst und Gemüse machen. Wer schon früh daran gewöhnt ist, Obst und Gemüse in seinen Speiseplan zu integrieren, wird das mit hoher Wahrscheinlichkeit in seinem späteren Leben beibehalten. Um die Wirksamkeit der Programme zu erhöhen, sieht die Europäische Union begleitende pädagogische Maßnahmen vor. Hier ist eine Auswahl passender Medien für die Grundschule. Viele weitere Materialien finden Sie links unter den jeweiligen Altersgruppen.
Eine Extra-Portion Obst oder Gemüse, wie sie Kinder über ein Schulobst-Programm erhalten, ist ein prima Fitmacher zwischen den Unterrichtsstunden. Wie stärken sich Ihre Schülerinnen und Schüler außerdem für ihren Lernalltag? Mit dem Pausenbrot-Check können Grundschulen und Kitas einfach und schnell ermitteln, wo ihre Kindergruppe in Sachen Frühstück Unterstützung braucht. Danach lässt sich gezielt genau da ansetzen, wo Änderungen erwünscht sind. Das Heft bietet dazu konkrete Anregungen.
Beim Umgang mit Lebensmitteln ist Hygiene ein wichtiges Thema. Das gilt auch für die Umsetzung des Schulobst-Programms. Eine gute Unterstützung für Schulen, die Obst und Gemüse als Fingerfood ausgeben, sind die sogenannten Hygiene-Leitfäden aus dem Projekt "Dortmunder Kinder. Besser essen mehr bewegen". Sie zeigen verständlich und übersichtlich, worauf zu achten ist. Die Leitfäden gibt es für vier Zielgruppen: Hilfskräfte, Lehrkräfte und helfende Schüler/-innen der Klassen 1/2 bzw. 3/4.
Ebenfalls hilfreich ist ein Merkblatt des rheinland-pfälzischen Umweltministeriums. Bei Fragen rund ums Thema Hygiene stehen auch die Behörden der Lebensmittelüberwachung bzw. die Gesundheitsämter als Ansprechpartner zur Verfügung.
Die Europäische Union stellt ihren Mitgliedsstaaten jährlich 90 Millionen Euro für Schulobst-Programme zur Verfügung, davon sind rund 20 Millionen Euro für Deutschland. Wer sich genauer über die rechtliche Basis der Förderung informieren möchte, kann dies auf einer Internetseite der EU-Kommission tun. In Deutschland bildet das deutsche Schulobstgesetz die Grundlage. Für die Umsetzung der Schulobst-Programme sind die einzelnen Bundesländer zuständig.
Die Kampagne 5 am Tag will Kindern und Erwachsenen Lust auf mehr Obst und Gemüse machen. "Fünf Portionen am Tag" lautet die Botschaft des Vereins. Wie können Schulen dieses Ziel fördern? Dazu bietet die Initiative Eltern, Lehrkräften und Schülern/-innen einen großen Fundus an Ideen, Tipps und Hintergrundwissen zu Obst und Gemüse.
Verschiedene Varianten von Schulobst-Programmen hat die Initiative 5 am Tag im Sommer-Schulhalbjahr 2009 getestet. Das Pilotprojekt wurde im Auftrag des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz durchgeführt. Über die Erfahrungen an 18 Schulen in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg informiert diese Internetseite:
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Didaktisches Pflanzenlabyrinth des BfRBis zum 3. Oktober lädt das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) in ein Labyrinth in Form einer übergroßen Currywurst ein. Auf Wegen und Irrwegen durch einen Dschungel aus Kulturpflanzen und Blumen gibt es viel Wissenswertes zu entdecken. Es geht um Herstellung, Inhaltsstoffe, Zubereitung und gesundheitlichen Wert des beliebten Gerichts Currywurst. Schulklassen sind herzlich willkommen.
Foto: BfR
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